Mit Chefs und Kolleg*innen reden

Wie kommuniziere ich meine Krebserkrankung am Arbeitsplatz?

Bei (noch) eingeschränkter Leistungsfähigkeit sind wir Krebsüberlebende bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz auf Unterstützung und Nachsicht angewiesen. Und mit einer überlegten Kommunikationsstrategie haben wir gute Aussichten, unser Arbeitsumfeld hierfür zu gewinnen. von Uta 

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„Wie kommuniziere ich meine Krebserkrankung am Arbeitsplatz? Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen.“ Zu diesem Thema fanden sich Betroffene und Interessierte am 16.11.2017 zu einem Austausch im Rahmen des Projekts „Im Leben bleiben“ am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg zusammen. Das Projekt zielt darauf ab, Patient*innen im erwerbsfähigen Alter zu beruflich relevanten Fragen zu beraten und durch Coaching und Gruppenangebote zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und zur Wissensvermittlung beizutragen.

 

Wir haben die Einladung des NCT, uns mit einem Impulsvortrag zu beteiligen, sehr gerne angenommen. Wieder einmal stellte sich heraus, dass es bei der Frage, wie offen man Arbeitgeber*innen und Kolleg*innen gegenüber mit der Erkrankung umgeht, nicht den einen ratsamen Weg gibt. Der Austausch mit anderen Betroffenen und die Inanspruchnahme von Beratungsangeboten – insbesondere denen der Integrationsfachdienste – helfen, den eigenen, passenden Weg zu finden und sich bei dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben begleiten zu lassen.

Den ersten Schritt machen

Wichtige Erkenntnis: Man kann nicht nicht kommunizieren. Auch, wenn man die Arbeit und die Erkrankung am liebsten völlig trennen möchte, wird sich das Umfeld eigene Gedanken machen. Unsere Gegenwart konfrontiert Kolleg*innen unweigerlich auch mit der Tatsache der eigenen Sterblichkeit. Es kann erleichternd sein, sich vor Augen zu führen, dass viele Reaktionen von eigenen Ängsten und Hemmungen gesteuert werden – und wir dafür ungewollt eine Projektionsfläche bieten. Dies erklärt, führt aber nicht immer dazu, dass Kolleg*innen uns von sich aus Verständnis und Unterstützung entgegenbringen, sondern – ganz im Gegenteil – häufig aus dem Kontakt gehen.

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Aktiv auf Kolleg*innen zuzugehen und klar zu formulieren, an welchem Punkt man steht – oder vielmehr meint zu stehen und wie eine Unterstützung aussehen kann, kann uns helfen, wieder in den Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Auch Kolleg*innen sind unsicher und gehemmt, uns direkt anzusprechen – und oft dankbar, wenn wir den ersten Schritt machen. Am Ende helfen wir uns selbst, wenn wir das „lose Ende,“ das unser Ausstieg hinterlassen hat, wieder aufgreifen und Orientierung schaffen. Der Ball liegt (endlich!) wieder in unserem Feld. Mit einer überlegten und authentischen Strategie können wir wieder ins Spiel kommen.

Jetzt anmelden!

Am 15. Februar 2018 beginnt die Workshop-Reihe Zurück ins Arbeitsleben nach Krebs (ZinsA), die wir bereits zum siebten Mal in Berlin durchführen. Gemeinsam mit Expertinnen der Bildungseinrichtung KOBRA versuchen wir, einen Weg zu finden, wie es nach oder mit Krebs beruflich weiter gehen kann – und wie wir am besten mit unseren Chefs und Kolleg*innen darüber sprechen. 

Hier geht es zur Anmeldung.

Flyer zur Workshop-Reihe 2018

Wie habt ihr eure Erkrankung am Arbeitsplatz kommuniziert? Was hat sich bewährt – und was nicht? Schreibt uns im Kommentarfeld unten!

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