Berlinelles blogen über ihr Leben nach Krebs – ein Gastbeitrag

© ThomasNeukumPhotography

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Girls don’t cry – they get creative 

Wir sind drei Frauen aus Berlin, die 2015 die Diagnose hormonabhängigen Brustkrebs erhielten. Anne war zu diesem Zeitpunkt 32 Jahre alt und Mascha und Katja 38. Während der sechsmonatigen ambulanten Chemotherapie haben wir uns näher kennengelernt. Wir fanden uns aufgrund des fast gleichen Alters sympathisch und kamen schnell ins Gespräch. Wir merkten schnell, dass wir ein großes Bedürfniss nach Austausch und Informationen hatten, jenseits der knappen Erklärungen, die wir von den ÄrztInnen und Schwestern erhielten. Eine ganzheitliche Betrachtung der Krebserkrankung war uns von Anfang wichtig. Wir wollten auf keinen Fall unsere Lebensfreude als junge Frauen aufgeben und manche Dinge auch mal mit einem lachenden Auge sehen, anstatt frustriert und verzweifelt zu sein. Wir suchten eine ergänzende Ausdrucksform zu den bereits bekannten Magazinen und Beiträgen. Weibliches Selbstbewusstsein und ein ressourcenorientierter Blick auf die Erkrankung standen für uns von Anfang an im Vordergrund.

Nach Ende der Therapien beschlossen wir, einen Blog zu gründen, um unsere Sicht auf die Dinge und die Erkrankung zu verarbeiten und anderen Interessierten zugänglich zu machen. Auch jüngere Frauen bekommen immer häufiger die Diagnose Brustkrebs. Ihre Bedürfnisse und Blickwinkel sind oft andere als die von älteren Patientinnen. Bei uns stehen Themen wie Rückkehr in den Beruf, Kinderwunsch und Zukunftsperspektiven im Vordergrund. Neben diesen Themen wollen wir in unserem Blog aber auch die Bereiche Bewegung und Sport, Ernährung, psychologische Aspekte, aktuelle Entwicklungen und Lifestyle betrachten. In Interviews stellen wir Menschen, Organisationen oder Konzepte vor, die uns ansprechen und begeistern. Wir sprechen Probleme und Herausforderungen offen an und suchen nach Lösungen und Unterstützung. Neben den sachlichen Informationen sollen aber auch die Emotionen nicht zu kurz kommen. In ihrer monatlichen Kolumne gibt Mascha Einblick in ihre Erlebnisse und Gefühle im Alltag. Durch Gastbeiträge wollen wir unser Spektrum erweitern und den Blick nach außen richten. Über jede Form des Austausches und Rückmeldungen freuen wir uns, wollen uns jedoch nicht von negativen Energien einfangen lassen. Es ist uns ein Anliegen, positive Impulse zu setzen und realistisch zu bleiben.

Unser Logo wurde vom tollen Webdesigner Lucas Sesboüé entworfen . Dieses mischt den Spruch „wenn dir das Leben Zitrone gibt…“ mit der Grafik Zitronen, die an Brüste erinnern und weitere Impulse, wie z.B. die Kampagne der US-amerikanische Designerin Corrin Ellswoth Beaunont. Sie ist Gründerin der Organisation „World Wide Breastcancer“, welche die Initiative #knowyourlemons ins Leben gerufen hat. Brustkrebs kann sich durch vielfältige Symptome bemerkbar machen, die die meisten Frauen wohl erstmal nicht mit der Erkrankung in Verbindung bringen würden – etwa eine Delle in der Brust, eine eingezogene Brustwarze oder Veränderungen auf der Haut. Beaunont hat die Symptome mit Zitronen nachgestellt, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Halbe Zitrone erwähnen außerdem für uns die Narben und last but not least, veröffentlichte Beyoncé zu diesem Zeitpunkt ihr kraftvolles Album „Lemonade“. Aus diesem riesen Brainstorming ist unser Markenzeichen entstanden.

Seit der Diagnose sind inzwischen 3 Jahre vergangen. Das Leben von davor gibt es so nicht mehr, das Schicksal ist nicht umkehrbar. Diese Erkenntnis tut immer noch weh. Wir haben inzwischen unsere Arbeit wieder aufgenommen und versuchen, zu einem normalen Alltag zurückzukehren und das persönliche Glück zu finden mit dem Bewusstsein um unsere chronische Erkrankung und ihren körperlichen und psychischen Folgen.

Schaut doch mal vorbei auf berlinelles.com.

Anne, Mascha und Katja

Vielen Dank an den Berlinelles für diesen Gastbeitrag!

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