Schlagwort-Archive: Dankbarkeit

Spreefahrt statt Stuhlkreis – Gemeinsamer Ausflug ohne Krebs

Spreefahrt Situation III

(c) Christina Zück: Schiffahrt auf der Spree 2019, aus der Serie Oncopolicy

Berlin vom Wasser aus betrachtet

Einen gemeinsamen Ausflug wollten wir machen. Zusammen etwas Schönes erleben, mit mehr Zeit, um uns intensiver auszutauschen – so der Wunsch vieler Mitglieder auf der letzten Mitgliederversammlung. Mirco machte es möglich: Unser Vereinsmitglied und Webmaster Mirco hat seine Fundraising Fähigkeiten bewiesen und uns 25 Freikarten bei der Reederei Grimm & Lindecke GbR für eine Bootsfahrt auf der Spree organisiert. Vom Wasser aus gesehen entfaltete Berlin einen ganz besonderen Charme. Und auch die Atmosphäre untereinander war geprägt von Freude und Sonnenschein.

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Das irrste Jahr meines Lebens

Sarah (41) macht sich Gedanken über ein Jahr mit dem Krebs und schreibt ihren Freund*innen …

Liebe Freund*innen,

heute vor einem Jahr war der Tag, an dem ich das lauteste Ticken einer Wanduhr je gehört habe. In der Uniklinik unterbrach es die Worte des Assistenzarztes.

TICK. TICK. TICK.

„Frau H., Ihr Befund aus der Biopsie ist übrigens da.“

TICK. TICK.

„Er ist leider nicht gutartig, muss ich Ihnen sagen.“

TICK.

Danach hörte ich erst mal nichts mehr.

Was dann folgte, war das irrste Jahr meines Lebens. Zwei Wochen von Diagnose bis Radikal-OP. Mein Baby von jetzt auf gleich abstillen, mich mit allen Eventualitäten auseinandersetzen, aus der Narkose aufwachen mit einem Körper, in dem nichts mehr ist wie vorher. Unvorstellbare  körperliche und psychische Zustände, Ängste, Wut, Schmerzen, Schläuche, Intensivstation, Betäubungsmittelrezepte, viel Hoffen und Bangen, nie geahnte Fremdbestimmung, Sehnsucht nach meinen Kindern, Warten, Pflegedienst, Haushaltshilfe, wochenlange Präsenz meiner Eltern, 4 Monate Rollstuhl und Krücken, Kampf mit Krankenkasse, Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung: alles andere als Normalität.

Vor allem aber — und das ist es, was mich mit Glück erfüllt: Eure unfassbare Anteilnahme, Eure praktische und mentale Unterstützung aus Nah und Fern, Eure Blumen, Eure Briefe, Eure Gebete und die lieben Gedanken haben es mir möglich gemacht, mich in die Normalität zurück zu kämpfen. Es ist die reichste Erfahrung, die ich in meinem Leben machen durfte.

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