Zurück im Leben: German Cancer Survivors Day 2018

Konfrontation mit Krebs im Vorbeigehen

Jedes Jahr erkranken 500.000 Menschen an Krebs. (c) Simone Pareigis, SHG-Halle

Beim 4. German Cancer Survivors Day am 7. Juni 2018 im Berliner Sony Center sprachen alle über das Leben nach oder mit Krebs. Krebsüberlebende schilderten ihre Erfahrungen − und kamen mit Expert*innen und Politiker*innen ins Gespräch.  Leben nach Krebs! e.V. war natürlich auch vertreten − sowohl auf dem Podium als auch mit einem Infostand. In diesem Beitrag berichtet Otto, der zum ersten Mal dabei war und den Infostand betreut hat, von seinen Erfahrungen.

Was ist der German Cancer Survivors Day?

Alles begann mit der Youtube-Filmreihe Cancer Survivors – Ein Gespräch im roten Sessel, die die Deutsche Krebsstiftung 2016 produzieren ließ. Die Filme kamen so gut an und zeigten wie wichtig das Thema „Überleben“ ist , dass die Deutsche Krebsstiftung, die Initiative German Cancer Survivors gründete.

Der German Cancer Survivors Day, kurz GCSD, ist kein gewöhnlicher Krebskongress. Vorrangig geht es eher um Alltagsfragen und nicht-medizinische Inhalte, mit denen Krebspatienten und deren Umfeld sowohl während als auch nach der Erkrankung konfrontiert werden. Und nicht nur das macht den GCSD, im Gegensatz zu anderen Krebskongressen, so besonders.

Voll im Leben

Ich hatte mich vorher nicht genauer über den GCSD informiert und war positiv überrascht als ich ankam, denn gewöhnlich finden Kongresse in abgeschlossenen Räumen wie etwa dem Berliner Messegelände statt. Aber nicht in diesem Fall. Die Bühne stand im Sony Center am Potsdamer Platz und war ganz offen, so dass die Personen, die durchs Sony Center liefen oder dort im Café saßen, direkt mit dem Thema Krebs konfrontiert wurden. Das passiert sonst eher nicht beim Einkaufen oder in der Mittagspause…

Gymnastik mit den Bewegten Frauen. Im Sony Center Berlin.

Als ich mir dann das Programmheft anschaute, wurde ich erneut positiv überrascht. Der Fokus des diesjährigen GCSV war „Zurück im Leben“ und genau das wurde mit dem Programm gut umgesetzt. Persönlich haben mir besonders die Punkte „Zurück in den Alltag“ und „Mit den Kräften haushalten“ gefallen. Während der Veranstaltung fiel mir besonders die Art und Weise des Moderators Stephan Pregizer auf. Er schien sich wirklich mit dem Thema Krebs auszukennen und sprach sehr mitfühlend mit den Betroffenen. Das senkte die Hemmschwelle aller auf dem Podium und ließ den Austausch mit den Survivors persönlicher wirken.

Besonders wertvoll: Austausch mit anderen Betroffenen

Leider konnte ich nicht alles von den Programmpunkten mitverfolgen, da ich als Mitglied des Vereins Leben nach Krebs! e.V. vor Ort den Infostand vertrat. Aber dafür sprach ich mit vielen Vertretern anderer Vereine, wie z.B. mit der Berliner Krebsgesellschaft e.V. und der krebsberatung berlin e.V. Neben neuen Personen, die ich kennen lernen durfte und auch für den Verein begeistern konnte, traf ich auf bekannte Gesichter von vorigen Veranstaltungen oder vom Treffpunkt für junge Erwachsene mit Krebs. Es war schön, sich mal wieder austauschen zu können und ein wenig mit Personen zu quatschen, die auch Krebs erkrankt sind oder waren.

Tief im Gespräch am Infostand.

Genau deshalb sind solche Veranstaltungen für Krebsüberlebende so wichtig: Wir tauschen uns untereinadner aus. Denn noch vor meiner ersten Reha-Maßnahme hatte ich keinen Kontakt mit anderen Betroffenen. In der Regel können Menschen im persönlichen Umfeld eines Erkrankten nur schwer oder gar nicht nachvollziehen, was man fühlt und erlebt, da ihnen die Erfahrungen dafür fehlen. Erst während der Reha und vor allem danach in Selbsthilfegruppen konnte ich vielfältige Begegnungen erleben, bei denen mir sehr geholfen wurde, weil ich auf Verständnis dafür traf, wie es mir geht und was ich bis dahin durchgemacht hatte.

Alles in Allem ist der GCSD eine wirklich hilfreiche Veranstaltung und ich bin sehr erfreut, dass es so etwas hier in Berlin gibt.

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