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‚What’s going on?‘ in Going am Wilden Kaiser – Ein Erlebnis von Romy und Mirco

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HAUPTBILD – Rebecca Immanuel („Dr. Vera Fendrich“), Romy (Mitte), Mirco

Im November 2024 hatten Romy und Mirco, beide Mitglieder des Vereins Leben nach Krebs! e.V., einen wunderbar warmherzigen Abend mit Hans Sigl im Berliner Ernst-Reuter-Saal erlebt – eingebettet in Gregor Gysis Gesprächsreihe „Missverstehen Sie mich richtig“. Damals dachten sich die beiden: Wie schön wäre es, den Mann hinter dem Bergdoktor einmal in der Region zu treffen, in der die Serie tatsächlich gedreht wird – und ein neues Foto am „echten Ort“ zu machen? Die Idee einer Reise nach Tirol war geboren. Der ‘starke, charakteristische, gut aussehende Berg im Hintergrund’ sollte Realität werden. 

Anderthalb Jahre später war es so weit. Am 20. Mai 2026 lud der Tourismusverband Wilder Kaiser zum Bergdoktor-Fantag nach Going ins Drehortdorf am Fuße des Wilden Kaisers. Romy und Mirco waren dabei.

Bahnfahrt, Berge, Ohrwurm

Die Anreise führte mit der Bahn von Berlin über München bis Kufstein. Rund sieben Stunden, plus minus – eine eigentlich sehr attraktive Verbindung in die Tiroler Berge, wenn die Bahn tatsächlich fährt wie geplant. Der Hinweg klappte, die Rückfahrt weniger reibungslos. Aber dazu später mehr.

Am Vorabend wurden die beiden vom besten Alpenwetter empfangen, das man sich nur wünschen kann: Sonne, weicher Abendhimmel, der Wilde Kaiser in voller Pracht. Beim Spaziergang über den Kirchplatz in Going stellte sich sofort ein eigentümliches Gefühl ein – als liefe man durch eine Kulisse des ZDF-, die jeden Moment abgebaut werden könnte. „Wo ist eigentlich das Kamerateam?“.

Nur dass das hier eben kein Set ist, sondern ein echtes, sehr lebendiges Dorf.

Der Ortsname Going hatte bei beiden binnen Minuten denselben Effekt: Ohrwurm. „What’s „Going“ on?“ – Marvin Gayes Klassiker aus dem Jahr 1971, ein Stück Musikgeschichte – Die Frage wurde zur Reisebegleiterin: Was ging hier eigentlich gerade vor sich?

Drei Stunden Bühne, drei Stunden Regen

Pünktlich um 10 Uhr begann der Fantag am Kirchplatz in Going. Die Schauspieler*innen kamen nacheinander auf die Bühne – zuerst Ronja Forcher (Lilli Gruber), dann Lieselotte Voß (Josie Bachmeier), gefolgt von Rebecca Immanuel (Dr. Vera Fendrich), Hans Sigl (Dr. Martin Gruber) und schließlich Mark Keller (Dr. Alexander Kahnweiler). Im weiteren Verlauf standen dann alle gemeinsam auf der Bühne. Im Publikum: viele, viele Fans – und begleitend ein stetiger Regen, der die kompletten drei Stunden bis 13 Uhr durchhielt. Wer Tirol kennt, weiß: Das gehört dazu. Auf der Bühne war es ohnehin trocken – und doch sehr unterhaltsam.

Hans Sigl war wieder beeindruckend präsent. Für ein gemeinsames Foto hat es diesmal nicht gereicht, er schlichtweg sehr, sehr begehrt. Schade – und gleichzeitig völlig nachvollziehbar.

Umso schöner war die Begegnung mit Rebecca Immanuel und Lieselotte Voß, wie zugänglich, angenehm und herzlich Sie mit den Fans umgegangen sind. Beide nahmen sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit Romy und Mirco und beide ließen sich gemeinsam fotografieren.

Lieselotte Voß („Josie Bachmeier“), Mirco (Links), Romy (Mitte)

Nach dem Termin gönnten sich die beiden noch einen Abstecher zur „Bergdoktor-Praxis“ – auch hier wieder dieses leise Gefühl, irgendwo zwischen Realität und Fernsehkulisse zu stehen.

Eine Werbefigur für den Arztberuf

Was beide an der Serie nach wie vor mögen, sind die 90 Minuten Eskapismus am Donnerstagabend: Dr. Martin Gruber, der immer alles für seine Patient*innen gibt, der zuhört, der ohne Zeitdruck diagnostiziert und keinerlei Budgetgrenzen kennt. Der Inbegriff eines fürsorglichen Hausarztes – ein Stück heile Welt, das gerade deshalb gut tut, weil das echte Leben mit dem Versorgungsalltag oft sehr viel komplizierter ist. Romy und Mirco kennen diese Diskrepanz aus eigener Erfahrung als Betroffene. Eigentlich, so dachten beide auf dem Heimweg, ist Hans Sigls Bergdoktor eine wandelnde Sympathiefigur für den Arztberuf. Berufsverbände im deutschsprachigen Raum dürfen wirklich froh sein, dass es diese Figur gibt.

Bildungsausflug

Warum es die beiden überhaupt in die Berge zog? Nun: Beim Berliner Abend 2024 fanden Romy und Mirco Hans Sigl so sympathisch, dass die Idee aufkam, die Begegnung am „echten Ort“ zu wiederholen. Daraus wurde diesmal bekanntlich nichts – und trotzdem sind die beiden mit dem Gesamtverlauf der Reise sehr zufrieden. Das Verreisen mit Fatigue erfordert einiges an Vor- und Nachbereitung, Planung und genügend Raum für Pausen. Zwei neue Fotos, eine unfassbar schöne Landschaft, eine wirklich angenehme Pension, frische Rühreier zum Frühstück – Was da vor sich ging war ein Ausflug der ganz besonderen Sorte.

Die Rückreise gestaltete sich dann nicht ganz so, wie es im Fahrplan stand. Der ICE Kufstein–Berlin hätte ruhig wie geplant durchfahren können – tat er aber nicht. Stattdessen ging es per Regio nach München und von dort im ICE weiter Richtung Berlin. Das kostet zusätzliche Kraft und erfordert spontane Umorganisation um auch im Ersatzzug mit dem Rollstuhl zu einen Platz zu finden. Trotzdem: Beide mögen die Alpen nun sehr und wenn die Zugverbindung funktioniert, sind die rund sieben Stunden zwischen Berlin und Kufstein eine wirklich attraktive Option.

Bleibt eine letzte Beobachtung: Hans Sigls Bergdoktor ist und bleibt eine Wunschvorstellung – und Romy und Mirco wissen das genau. Aber genau deshalb ist der Donnerstagabend mit dem Bergdoktor so wertvoll. Und ein verregneter Vormittag im echten Drehortdorf, gemeinsam mit zwei wunderbar zugänglichen Schauspielerinnen, eben doch ein sinnvoller Bildungsausflug. Oder, mit einem Schmunzeln: Wann sieht man schon mal ein ZDF-Set, das gar keines ist?

Diese letzten Zeilen entstehen übrigens, während der ICE gerade auf Berlin zurollt. Romy und Mirco sitzen erschöpft im Waggon, völlig ko von den vergangenen Tagen – und gleichzeitig sehr happy, dass sie da hingedüst sind. Zwei neue Fotos im Bergdoktor-Album in den echten Alpen, jede Menge frische Erinnerungen an den Wilden Kaiser, ein paar kleine Bahn-Abenteuer im Gepäck – und das schöne Wissen, dass Sie sich eine Zugfahrt zwischen Berlin und Tirol durchaus zutrauen können. Wenn die Bahn mitspielt. Manchmal tut sie das ja sogar.


Romy und Mirco sind beide Mitglieder im Verein Leben nach Krebs! e.V. und engagieren sich als Betroffene für die Sichtbarkeit des Lebens nach einer Krebserkrankung.

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