Archiv der Kategorie: Erfahrungsbericht

Meditieren mit Fatigue – MBSR half mir

Die Rettung als gar nichts mehr ging

Nach 13 Monaten Chemotherapie, um die Leukämie zu bekämpfen, war der Spuk endlich vorbei. Ich wurde aus dem Krankenhaus entlassen, ging wieder arbeiten und wollte mein voriges Leben wieder aufnehmen. Die Engel-Meditation ließ ich links liegen. „Das brauch ich nicht mehr“, dachte ich, „Ich bin ja jetzt gesund.“

Zwei Jahre später verschlechterte sich mein Gesundheitszustand erneut. Die Symptome glichen der beginnenden Leukämie oder einer Grippe: Abgeschlagenheit, Schwindel, Kraftlosigkeit, Nebel im Kopf. Ich war ständig krank und kam einfach nicht mehr auf die Beine. Es war aber nicht etwa der wiedergekehrte Krebs, der mich plagte, sondern eine massive Fatigue (Erschöpfungssyndrom) nach Krebs, die dazu führte, dass ich mich mit 35 Jahren frühberenten lassen musste.

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Meditieren mit Fatigue – Der Beginn

Dank Meditation kein Krankenhauskoller

Adele war die einzige, die aussprach, was vermutlich alle dachten, wenn sie mich in meinem bunter Farbkreisel kleinen Krankenhauszimmer besuchten, in dem ich 13 Monate lang Chemotherapie erhielt, um die Leukämie zu bekämpfen: „Das ist ja schrecklich! Wie hältst du das hier aus?“ Adele trat auch gleich unerschrocken in Aktion: Sie massierte meinen nackten Rücken, was zu komischen Blicken der reinkommenden Schwestern führte, und schenkte mir eine CD mit Engel Meditationen. „An deiner Stelle würde ich den ganzen Tag nur meditieren, um die Situation zu ertragen“, so Adele.

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Spreefahrt statt Stuhlkreis – Gemeinsamer Ausflug ohne Krebs

Spreefahrt Situation III

(c) Christina Zück: Schiffahrt auf der Spree 2019, aus der Serie Oncopolicy

Berlin vom Wasser aus betrachtet

Einen gemeinsamen Ausflug wollten wir machen. Zusammen etwas Schönes erleben, mit mehr Zeit, um uns intensiver auszutauschen – so der Wunsch vieler Mitglieder auf der letzten Mitgliederversammlung. Mirco machte es möglich: Unser Vereinsmitglied und Webmaster Mirco hat seine Fundraising Fähigkeiten bewiesen und uns 25 Freikarten bei der Reederei Grimm & Lindecke GbR für eine Bootsfahrt auf der Spree organisiert. Vom Wasser aus gesehen entfaltete Berlin einen ganz besonderen Charme. Und auch die Atmosphäre untereinander war geprägt von Freude und Sonnenschein.

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Das irrste Jahr meines Lebens

Sarah (41) macht sich Gedanken über ein Jahr mit dem Krebs und schreibt ihren Freund*innen …

Liebe Freund*innen,

heute vor einem Jahr war der Tag, an dem ich das lauteste Ticken einer Wanduhr je gehört habe. In der Uniklinik unterbrach es die Worte des Assistenzarztes.

TICK. TICK. TICK.

„Frau H., Ihr Befund aus der Biopsie ist übrigens da.“

TICK. TICK.

„Er ist leider nicht gutartig, muss ich Ihnen sagen.“

TICK.

Danach hörte ich erst mal nichts mehr.

Was dann folgte, war das irrste Jahr meines Lebens. Zwei Wochen von Diagnose bis Radikal-OP. Mein Baby von jetzt auf gleich abstillen, mich mit allen Eventualitäten auseinandersetzen, aus der Narkose aufwachen mit einem Körper, in dem nichts mehr ist wie vorher. Unvorstellbare  körperliche und psychische Zustände, Ängste, Wut, Schmerzen, Schläuche, Intensivstation, Betäubungsmittelrezepte, viel Hoffen und Bangen, nie geahnte Fremdbestimmung, Sehnsucht nach meinen Kindern, Warten, Pflegedienst, Haushaltshilfe, wochenlange Präsenz meiner Eltern, 4 Monate Rollstuhl und Krücken, Kampf mit Krankenkasse, Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung: alles andere als Normalität.

Vor allem aber — und das ist es, was mich mit Glück erfüllt: Eure unfassbare Anteilnahme, Eure praktische und mentale Unterstützung aus Nah und Fern, Eure Blumen, Eure Briefe, Eure Gebete und die lieben Gedanken haben es mir möglich gemacht, mich in die Normalität zurück zu kämpfen. Es ist die reichste Erfahrung, die ich in meinem Leben machen durfte.

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New York: Die Stadt meiner Träume

Ein Traum geht nach 16 Jahren endlich in Erfüllung. Sabrina berichtet:

(c) privat

Ich habe es geschafft! Ja, ich habe es endlich geschafft, einen meiner größten Träume zu verwirklichen. 16 Jahre lang habe ich immer etwas, wenn auch nur einen kleinen Groschen, gespart, habe meine Träume und Wünsche nicht vergessen und nie aufgegeben, und habe  meine Gesundheit ununterbrochen angespornt, mir keinen weiteren Streich zu spielen.

Es war ja wohl auch genug, als ich jungspundige 22-Jährige 2003 die Diagnose „Hirntumor“ erhielt. Kaum war mir dieser erfolgreich entfernt worden, fand ich mich mit einer Halbseitenlähmung in einem Rollstuhl wieder.

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